Foto: Tobias Kreft
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Nach L’événement von Annie Ernaux
Aus dem Französischen von Sonja Finck
In einer Bühnenfassung von Sarah Kohm und Marcel Kieslich
im Großen Haus
Mindestens die Hälfte aller Menschen wird nie erfahren, wie es sich anfühlt, ein Kind zu erwarten. Während einer Schwangerschaft ereignen sich komplexe biologische Prozesse – das Wunder des Lebens. Aber was ist, wenn die Schwangerschaft – aus welchen Gründen auch immer – nicht gewollt ist?
Die junge Annie stammt aus der Provinz, die Möglichkeit, zu studieren bedeutet für sie Anerkennung und Aufstieg. Als Annie ungewollt schwanger wird, drohen ihre Träume zu platzen. Ein Schwangerschaftsabbruch in einer Klinik kommt nicht in Frage, denn Abtreibungen sind gegen das Gesetz. Entgegen der gesellschaftlichen Erwartung, das Kind auszutragen, sucht sie verzweifelt nach einem Ausweg, bis es zu dem „Ereignis“ kommt, das sie ihr Leben lang nicht vergessen wird.
Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux (*1940) erhielt für ihr Schaffen im Jahr 2022 den Literaturnobelpreis. Ihr stark autobiografisches Werk ist mehr als nur eine intensive Auseinandersetzung mit eigenen Erinnerungen. Ernaux ermöglicht einen Zugang zu intimen Innenwelten, die ein vertrautes Gefühl erwecken. Weltweit zählt Ernaux zu einer der einflussreichsten Stimmen feministischer Bewegungen. Zudem stehen ihre Schriften - vergleichbar mit denen von Didier Eribon und Édouard Louis - für eine literarische Auseinandersetzung mit der eigenen sozialen Herkunft und den Erfahrungen von sozialer Distinktion.
Dauer ca. 75 Minuten, keine Pause